Sieh mal den da, wie er da sitzt. (die ganze Geschichte) Der Teufel hat mir seine Seele verkauft

Sieh mal den da, wie er da sitzt

1.

Sieh ihn Dir an, er hat gerade seine junge Frau und zwei Kinder verlassen, weil sie ihn betrogen hat. Er sieht aus, als käme er gerade von einem Schlagerfestival in seinem auffallenden Hemd, dem Westchen, seinem Lockenkopf und dem Schurrbart über seiner Lippe. Er hat gerade ein Bauunternehmen aufgemacht, fährt in einem dicken BMW rum und denkt, dass ihm die ganze Welt gehört. Und dann, ständig feiern, teuer essen gehen und in Kneipen rumhängen. Junge, Junge, was für ein Bastard in seinen teuren Hosen, Jacken und dem goldenen Schnickschnack. Guck dir die lächerlichen, grossen, goldenen Gehänge in seinen Ohren an. Er sieht aus wie ein Pirat. Sieh dann nochmal, wieder neue Sachen und eine neue Aufmachung. Jetzt denkt er, dass er Tony Montana ist oder so. Sieh dann mal, mit wem er da so rumhängt, hey, warte mal, den kenne ich doch irgendwo her… Schau ihn dir an, er parkt sein Auto direkt vor der Tür hinter einem rot-weissen Band und muss

2.

nicht vor dem Nachtclub in der Schlange stehen, die Türsteher lassenn ihn immer durch die Vip-Tür nach drinnen. Sieh ihn dann da am Tisch sitzen, da zwischen all den grossen, gefährlichen Typen. Es sieht ganz so aus, dass er sie alle kennt, Rausschmeisser, Discobesitzer und Kneipiers. Incassobüro- und Bauunternehmer, zwielichtige Autohändler, alles, was du dir vorstellen kannst. Sieh ihn dann zwischen Zuhältern, Dealern, Mördern, Tänzerinnen und Bodybuildern sitzen. Und sieh ihn dann zwischen hohen Steuerbeamten und Bankiers sitzen, um mit ihnen eine Mauer um ihren Garten, ein Haus oder einen Anbau an ihrem Haus zu besprechen. Und jetzt sitzt er wieder um mit Anwälten und Unterhändlern von Schein-GMBH‘s in Steuerparadiesen zu verhandeln. Dann wieder sitzt er zwischen all den grossen ‚Herren‘ der Gesellschaft aus verschiedenen Milieus und Berufen. Sieh ihn dann da sitzen, um zu handeln oder einfach so zum Vergnügen. Ein junger Mann mit einem kleinen Baugeschâft im Alltag und all den anderen Kontakten in der sogenannten Unterwelt.

3.

Sieh ihn da sitzen in der Kneipe des Dorfes mit ungefähr 17000 Einwohnern. Natürlich weiss hier jeder aus welcher Familie er kommt, was ihn manchmal auf die Palme bringt. Sieh ihn dann da sitzen, und niemand tut ihm was, selbst die schweren Jungs des Dorfes und aus der Umgebung nicht. Sieh ihn da sitzen, den kleinen Kriminellen aus dem Dorf, das zwischen den grossen Städten von Süd-Holland liegt. Sieh ihn da sitzen, ganz allein zwischen all den seltsamen Geschichten, die niemand hört. Sieh ihn da sitzen, den Mistkerl, der sich nicht um seine Kinder kümmert und sich nur durch das ganze Land und Belgien feiert. Sieh ihn da, arrogant an der Theke sitzen, gerade von der Polizei freigelassen, nach dem soundsovielten Gewaltdelikt an seinen Schuldnern. Sieh ihn dann in den Nachtclubs von Amsterdam sitzen, wo er und seine Männer die Rausschmeisser bezahlen, um andere Dealer zusammenzuschlagen und hinauszuschmeissen. Sieh ihn da, laut lachend an der Bar sitzen, lachend über einen Typen, der versucht, ihn mit einer Pistole zu bedrohen und einzuschüchtern,

4.

um danach mit dem selben Typen ein Bier an der Bar zu trinken. Sieh ihn dann in der Disco, wo er zwischen dem Boybuider-Freundchen seiner Ex-Frau und dessen Freunden steht und fragt: Habt Ihr mich auf ‘ner Liste stehen? Wenn ja, dann lassen wir das hier und jetzt eben regeln! Sieh ihn dann mit einem Stahlrohr in der Jacke eben einen Besuch bei jemanden abstatten, der seinen Kumpel bedroht hat, weil er in seiner Strasse sitzt. Und er will nur feststellen, dass sein Kumpel in niemandes Strasse sitzt und fragt, ob es sonst noch ein Problem gibt. Sieh ihn dann im Restaurant sitzen, wo sein Bruder als Chefkoch arbeitet, und noch 20000 Gulden an Überstunden vom letzten Jahr gut hat, die sein Boss nicht bezahlen will. Jetzt kann sein älterer Bruder noch wählen, ob er in etwa einer Stunde 20000 Gulden im Sack hat und sich einen neuen Boss suchen kann, oder ob er seinen Kaffee austrinkt und wieder weg geht. Er trinkt seinen Kaffee aus und geht weg. Nicht lange danach muss sich sein älterer Bruder trotzdem einen neuen Boss suchen!

5.

Zu schade um die 20000 Gulden! Vielleicht muss er darum noch mal zurück nach Holland fahren, um richtig abzurechnen. Sieh ihn dann da sitzen, nachdem er das Auto eines grossen Auftraggebers in Beschlag genommen hat, weil der seit Monaten nicht bezahlen wollte. Er hat ihn dann zu Hause aufgesucht, statt in seinem Büro, um ihn danach mit seinem Kumpel zur Bank zu schicken, um das Geld abzuheben, was dann erstaunlicherweise auf einmal ging. Sieh ihn dann wieder mit einem Fernglas in seinem Auto sitzen, ein Industriegebiet zu beobachten, um Gebäude, Zeiten und Personen zu beobachten, die da kommen und gehen. Und manchmal dauerte dasBeobachten Tage oder Wochen. Sieh ihn da stehen und mit einem grossen Typen reden, der sagt, dass er noch einen unbezahlten Bon von ihm aus seiner pleitegegangenen Kneipe hat, und er den Kneipenwirt einfach auslacht, nachdem er ihm den verkehrten Betrag genannt hat, ohne den Bon sehen zu lassen

Hahaha lacht er und sagt:

6.

Wenn es der selbe Betrag ist, den ich im Kopf habe, werde ich Dich bezahlen und werde Dir helfen und einen Tipp geben. Du bist zweihundert Gulden über dem Betrag, Du Pferdearsch, krieg‘ die Krätze mit Deinem Bon! Und du weisst dann ja, was Du mit deinem Bönchen tun musst, wenn Du es gefunden hast! Ruft er dem Wirt noch nach. Und was? Ruft der Wirt zurück. Aufrollen und es dahin stecken, wo keine Sonne hinscheint, Du Arschloch, antwortet er.

Sieh ihn dann da sitzen. Sieh den Bastard dann da sitzen.

Neunziger Jahre- Süd-Holland

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